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Auf dem Weg zur Reifeprüfung: Der Lebensmittelverkauf im Internet läuft nur schleppend – und das hat seine Gründe

  • 22. Februar 2016
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Verspätete Lieferungen, verdorbene Produkte: Online-Supermärkte haben mit logistischen Problemen zu kämpfen, gelten als teuer, oft unzuverlässig und verursachen viel Verpackungsmüll. Doch laut einer Studie soll der Online-Handel mit Lebensmitteln innerhalb der kommenden zehn Jahren einen nachhaltigen Durchbruch erleben.

Es ist ein verlockendes Angebot: Lebensmittel per Mausklick online bestellen und zum Wunschtermin nach Hause liefern lassen. Kein lästiges Suchen mehr, kein langes Anstellen an der Ladenkasse und auch kein Schleppen schwerer Einkaufstüten. Doch obwohl die Vorteile klar auf der Hand liegen, läuft das Geschäft mit Lebensmitteln im Internet bislang noch nicht so recht rund. Dafür gibt es Gründe, und die sind nur schwer abzustellen. So verfügt Deutschland über ein sehr dichtes Filialnetzes mit bundesweit rund 40000 Supermärkten, Discount-Läden und SB-Warenhäusern. Für viele Menschen ist es bequemer, zum Einkaufen schnell um die Ecke zu gehen, als auf eine online bestellte Lieferung warten zu müssen. Außerdem sind die Lieferdienste teuer und verursachen viel Verpackungsmüll. Nur wenige liefern die Ware in einer Einkaufskiste.

Dennoch sagt die renommierte Marktforschungsfirma GfK einen nachhaltigen Durchbruch für den Online-Handel mit Lebensmitteln für die nächsten zehn Jahre voraus. Erreichte der Online-Verkauf im vergangenen Jahr gerade 1,1 Milliarden Euro, so soll die Summe innerhalb der nächsten zehn Jahre auf mehr als sieben Milliarden Euro jährlich klettern, heißt es in einer Studie mit dem Titel “E-Commerce – Wachstum ohne Grenzen?“ vom Juli 2015.

Allerdings können Online-Supermärkte nach Ansicht von Experten erst dann den Durchbruch schaffen, wenn sie eine ähnlich große Auswahl bieten wie der Supermarkt um die Ecke und zusätzlich sehr kurzfristig liefern. Außerdem müssen Hürden wie zum Beispiel hohe Versandkosten, Mindestbestellwerte und feste Lieferzeiten abgebaut werden.

Derzeit scheint die Branche noch viel lernen zu müssen – und das wissen die Unternehmen selbst. „Aus grundsätzlichen Erwägungen äußern wir uns nicht zu unseren Online- und Lieferservice-Aktivitäten“, hieß es daher bei allen führenden Anbietern.

Nach Einschätzung des Magazins „Chip“, das im letzten Jahr verschiedene Lieferdienste getestet hat, ist derzeit der Shop von Rewe der einzige ausgereifte Online-Supermarkt. „Die Produkte kommen in guter Qualität an, die Preise entsprechen den Supermarkt-Preisen und Sonderzuschläge halten sich im Rahmen“, so die Beurteilung.

Eins zu eins wird das Online-Sortiment nach Expertenansicht wohl nie der Auswahl im Laden gleichen. Der Aufwand für Frische-Produkte wie Fisch oder Fleisch sei dafür einfach zu groß und allenfalls etwas für regionale Nischenanbieter. Deshalb das Fazit der Experten: Es ist alles machbar, aber nicht alles ist profitabel.

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Autor: Thorsten Schubert

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