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Quelle für Innovationen und Geschäftsmodelle – Shareconomy stellt Güter bereit, wo sie gebraucht und solange sie benötigt werden

In der Landwirtschaft ist das Prinzip schon lange bekannt: Maschinen werden zusammen angeschafft und gemeinsam genutzt. Bald schon könnte diese Idee unter dem Begriff Shareconomy das tägliche Zusammenleben der Menschen im Austausch und in der Nutzung von Gütern tiefgreifend verändern. Moderne Technik ermöglicht das Teilen von nahezu allen Ressourcen.

Shareconomy bedeutet: teilen statt besitzen! Der Begriff wurde im Jahr 2013 von der Deutsche Messe AG kreiert. Hinter ihm steckt die Idee der zeitlich begrenzten gemeinsamen Nutzung von Ressourcen, die nicht dauerhaft benötigt werden. Das Interesse am “Shareconomy”-Prinzip läßt sich schon seit einiger Zeit besonders gut im Bereich Carsharing beobachten – ein Geschäft, das im vergangenen Jahr einen Gesamtzuwachs um 67 Prozent im Vergleich zu 2013 verzeichnen konnte. Carsharing genießt ein allgemein gutes Image: Es gilt als modern, ökologisch und günstig. Für viele Menschen wird es zunehmend zum Anzeiz oder gewinnt bereits an Selbstverständlichkeit, ihren Mobilitätsbedarf mit einer Kombination aus Fußweg, Radfahren, Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, eigenem Auto und Carsharing zu decken.

Ein neues globales und vernetztes Logistiksystem

Das Prinzip an sich ist dabei gar nicht so neu. In der Landwirtschaft hat sich der gemeinsame Ankauf von Maschinen wie Mähdrescher, Miststreuer oder Seilwinde, die nicht ganzjährig eingesetzt werden, seit langem bewährt und durchgesetzt, um die hohen Anschaffungskosten auf mehrere Schultern zu verteilen. Zudem gibt es sogenannte Maschinenringe. Dort bieten Landwirte ihre Maschinen und die eigene Leistung als Maschinenführer ihren Kollegen zur zeitweisen Nutzung an.

Einen Schritt weitergedacht hat inzwischen der Online-Fahrdienst-Vermittler Uber. Die Vision des kalifornischen Unternehmens ist es, mit nur einer App ein neues globales und vernetztes Logistiksystem für Transportleistungen aufzubauen. Denn Fahrer, die sowieso auf einer gewissen Strecke unterwegs sind, können neben Personen leicht auch Waren wie zum Beispiel Medikamente und Speisen transportieren.

Das Prinzip der Shareconomy, nämlich dort etwas bereitzustellen, wo es gebraucht und nur solange, wie es benötigt wird, könnte zu einem globalen Netzwerk für teilbare Güter führen. Uber macht es auf einem speziellen Sektor vor: Ein Mobilität nutzendes Kollektiv vernetzt sich über einen Vermittler bzw. eine App, und kann dadurch viele Transport-Bedürfnisse unterschiedlicher Art einfacher, effektiver und oft kostengünstiger abdecken.

Es fehlen gesetzliche Grundlagen für international verbindliche Nutzungsrechte

Shareconomy führt in Kombination mit Big Data und Cloud Computing die reale und die digitale Welt durch Sensoren, wie beispielsweise GPS-Systeme, zusammen. Die gesammelten Daten ermöglichen es, freie Ressourcen Nachfragern passgenau zur Verfügung zu stellen. So ist die Shareconomy eine Quelle für Innovationen und Geschäftsmodelle in vielen Lebensbereichen – von der kollaborativen Produktentwicklung über Musikportale und Gardensharing bis zu Wohnzimmerkonzerten, die Menschen zusammenbringen und soziale Kontakte schaffen.

Allerdings sind Shareconomy-Ansätze derzeit noch nationale Insellösungen, da es an gesetzlichen Grundlagen für international verbindliche Nutzungsrechte fehlt. An dieser Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Politik sind kreative Ansätze notwendig, um eine globale Entwicklung der Shareconomy zu ermöglichen.

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Autor: Torsten Schubert

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